Roland Tassler: Angst im Kopf

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Leseprobe

Kapitel 1 – Die Angst

Angst ist ein Grundgefühl wie z. B. Müdigkeit oder Hunger. Dieses Gefühl wird empfunden in Erwartung einer körperlichen oder seelischen Bedrohung. Angst ist so etwas wie ein Geist, unfassbar und eben nur ein Gefühl ohne tatsächlichem Hintergrund. Um es plastisch noch besser darzustellen: Angst ist nur eine Einbildung von etwas, das real nicht existiert. Es ist, als ob man am Abend einen Horrorfilm gesehen hat und danach beim Einschlafen Angst hat, ob nicht doch ein Monster unter dem Bett liegt. Alles nur Einbildung!

Angst ist aber immer eine Verunsicherung der Gefühle. Die Angst der Menschen ist uralt, schon in der Urzeit mussten die Menschen, bedingt durch ihre Lebensumstände, Angst haben.

Bei jeder Entscheidung ging es ja auch um das eigene Überleben.

Man hatte Angst vor wilden Tieren oder anderen Menschen und Sippen.

Jeder Schritt war eine Herausforderung, und man wusste nie, was hinter dem nächsten Stein lauerte. War es Freund oder Feind, war es Essen oder war man selbst das Essen. Man hatte 24 Stunden nichts anderes zu tun als zu überleben, Tag wie Nacht. Unsere Instinkte waren viel schärfer als heute. Stellen Sie sich vor, Sie haben den Tag überlebt, haben gejagt oder Beeren gesammelt.

Jede Jagd war lebensgefährlich, und jede Pflanze, die man fand und aß, könnte die letzte gewesen sein. Große wilde Tiere lassen sich nicht widerstandslos fangen und töten.

Pflanzen oder Beeren waren teilweise giftig, doch das musste ja auch erst einmal herausgefunden werden.

Würden Sie eine ihnen unbekannte Beere essen, die auf einem Strauch wächst? Selbst kleine Tiere waren gefährlich damals.

„Angst verhindert den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit und ist dadurch ein Feind der Aufklärung“.

(Immanuel Kant)

Jeder Biss von einem kleinen Nagetier kann eine Entzündung hervorrufen, und wenn dann noch Bakterien in die Wunde kamen, war der Tod meist besiegelt. Antibiotika gab es zu dieser Zeit noch nicht, denn sie wurden erst 1940 von Dr. Alexander Fleming entdeckt. (Nobelpreisträger) Bakterielle Krankheiten oder Entzündungen waren die Todesursache Nr. 1 zu dieser Zeit und sollten es bis 1940 bleiben.

Selbst  der Schlaf war niemals sicher. Wie, glauben Sie, dass Sie schlafen können, wenn Sie mit dem Kopf auf dem nackten Boden liegen und Ihnen jederzeit ein Käfer oder ein sonstiges  Insekt in die Ohren oder Nase krabbeln kann? Selbst das könnte ihr Leben verkürzen wegen einer Infektion durch einen Biss oder Stich. Kämpfen oder flüchten war zu dieser Zeit Hauptbestandteil des Lebens.

In der heutigen Zeit hat man Angst vor dem Zuspätkommen im Job oder dem nächsten Kunden, der schon so böse ums Eck schaut. Man verhandelt über Preise, Leistungen oder sonst was, aber früher konnte man nicht mit dem angreifenden Bären verhandeln, da musste man anders reagieren, und das sofort.

Heute hat man immer noch Angst vor fremden Menschen, ich muss leider sagen zu recht, denn man weiß nicht, was der andere im Schilde führt. Will er mich vielleicht wegen des Geldes betrügen, berauben oder noch Schlimmeres antun?

Selbst wegen des falschen Glaubens werden Menschen getötet, so war es früher und so ist es heute immer noch. Ich möchte jetzt keine Angst säen, weil es gibt überall auf der Welt gute und anständige Menschen. Leider tragen diese kein Schild um den Hals, auch die Bösen nicht.

Wir müssen uns auf unseren Instinkt verlassen, doch den haben wir auch zum großen Teil durch den Wohlstand verloren. Was bleibt uns also anderes übrig als zu misstrauen und von vorneherein Angst vor dem Neuen zu haben.

Zu oft ist schon etwas passiert und zu oft wurden wir enttäuscht. Wenn Sie diese Gedanken jetzt haben, dann ist dieses Buch genau das richtige für sie.

Gerade jetzt, 2015/16, gibt es eine Massenflucht von ca. 60 Millionen Menschen weltweit. Sie flüchten aus Angst vor Verfolgung, Krieg, Hunger oder aus einem sonstigen Grund, aber auch das verbreitet Angst unter den Europäern. Gibt es einen Grund dafür, Angst zu haben? Wenn man den Umfragen glauben mag, ja.

Da trifft sozusagen Angst auf Angst, das Morgenland auf das Abendland, unterschiedliche Kulturen sowie Bräuche und fremde Religionen. Die Flüchtlinge haben aus Angst ihre Heimat verlassen und müssen jeden Tag über unbekanntes Land ziehen. Nichts ahnend was sie in jedem ihnen fremden Land erwartet.

Finden sie den Weg, einen sicheren Schlaf- oder Rastplatz? Was wird sein in dem neuen „Heimatland“, finden sie ihren Frieden und eine Lebensgrundlage? Ich denke, das sind die Gedanken eines „echten“ Flüchtlings.

„Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“.

(Jean-Jacques Rousseau)

Auf der anderen Seite sind da die Europäer, die vor dem Massenzuzug Angst haben. Aber nicht nur das, viele stellen sich die Frage, ob da jeder ein „echter“ Flüchtling ist. Selbst der Staat gibt zu, dass es unter den hunderttausenden Flüchtlingen auch Kriminelle gibt. Die Medien berichten von neuen und zusätzlichen Verbrechen gegen Leib und Leben und die Angst wird immer mehr geschürt.

Die Jungen haben Angst, ob ihre Jobs noch sicher sind oder sie durch einen „billigeren“ Zuwanderer ersetzt werden. Die Alten haben um ihre Pensionen Angst, weil der Staat viele neue zusätzliche Ausgaben hat. Väter und Mütter haben um ihre Kinder Angst und und und………

Ich möchte jetzt nicht darauf eingehen, ob da jemand recht oder unrecht hat, für mich ist wichtig aufzuzeigen, dass die Angst allgegenwärtig ist. Fakt ist, dass es eine Herausforderung ist für alle Kulturen, die sich treffen. Die Angst ist uns geblieben, nur hat sie sich im Laufe der Zeit verändert. Die Evolution ist ja ein sich immerwährender Verwandlungsprozess.

Die Angst hat heute viele Ursachen, und vermischt mit Furcht und Scham zerstört sie unzählige Leben.

Denken Sie einmal an die folgenden gesellschaftlichen Hauptängste in jeder Kultur, wie Angst vor Zurückweisung, vor dem Nicht-Angenommen-Werden, Angst davor, missachtet zu werden, nicht gut genug zu sein, nicht zu gefallen, zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu hässlich, zu unscheinbar, zu..zu..zu..zu…….! Darauf werde ich etwas später genauer eingehen.

Wer alle Lösungen bei sich selbst sucht, ist auf dem besten Weg.

(unbekannt)

Die Liste kann lang werden, und ich denke, viele haben darunter auch ihre Angst gefunden. Wenn nicht, denken Sie sich ihre Angst einfach dazu, und so kommen wir der Hauptursache immer näher.

Aber als ob es nicht schon reichen würde, gibt es noch eine Angst, die ich ihnen beschreiben möchte. Die Angstmacherei, die uns gefügig machen soll, die Angst, die uns eingeredet und vorgegaukelt wird von anderen. Klar ist, dass wir Angst von anderen übernommen haben und sie uns durch Vorleben oder Erzählungen gelernt wurde.

Dabei war aber meist keine böse Absicht dahinter, sondern es wurde nur weitergegeben was in einem Anderen schon vorhanden war, eine Spinnenangst oder Angst im Dunkeln oder eben andere „harmlose“ Ängste.

Dass aber Menschen einem absichtlich und vorsätzlich Angst machen, um uns gefügig zu machen, ist eine verachtungswürdige Tatsache. Warum das gemacht wird, ist einfach erklärt. Leider gibt es auch habsüchtige oder gierige Menschen unter uns. Machthungrige und neidische oder eben auch nur ängstliche, die ihren Standpunkt mit dem Angstmachen durchsetzen wollen.

Nehmen Sie nur einen Diktator irgendwo auf der Welt. Neben dem Größenwahn, den so einer haben muss, hat der mit Sicherheit auch Angst. Er verbreitet die Angst unter dem Volk und festigt so seinen Status. Er erzählt seinem Volk irgendwelche Schauermärchen von anderen Staaten, wie böse und schlimm die doch sind, und dann spielt er sich selbst zum „Beschützer“ auf.

Klar, dass solche Länder meist sehr isoliert vom Rest der Welt sind, müssen  sie ja auch sein, sonst lässt sich so ein Spiel nicht lange spielen.

In so einem Land sind natürlich die Medien ebenfalls sehr manipuliert, denn es soll ja nicht die Wahrheit verbreitet werden.

Reporter, die den Machthaber nicht lobpreisen oder etwas kritisch sind, verschwinden meist hinter irgendwelchen Mauern und werden nie mehr gesehen. Das Volk lebt in ständiger Angst und weiß meist nicht einmal, wovor es mehr Angst haben soll, vor dem Diktator oder dem „bösen“ Nachbarn, den es noch nie gesehen hat. Ein ängstliches Volk ist meist auch leicht zu lenken und zu manipulieren.

Der „Bösewicht“ tut aber noch etwas Geschicktes, das andere Menschen ebenfalls tun, er bietet gleich nach dem Angstverbreiten eine Lösung dazu an.

„Er“, der gute tolle Menschenfreund beschützt  das Volk durch eine/seine große Armee, die er hat. Er verbreitet jeden Tag über alle Medien, dass die bösen Nachbarn mit Gift oder Atombomben das Vaterland vernichten wollen. Im Prinzip ein armer, aber nichtsdestotrotz gefährlicher Irrer mit viel Angst in sich.

Eigentlich hat der Schurke auch begründete Angst, seinen Machtstatus zu verlieren, denn neben so jemandem warten immer auch schon die nächsten Geier. Diese Länder bestehen oft Jahrhunderte in Isolation, und die Macht wird innerhalb einer Familie weiter gegeben.

Wie man dann aber öfter hört, töten sich in diesen Clans die Familienmitglieder selbst untereinander, um an die Macht zu kommen.

Der Bruder den Bruder oder der Sohn den Vater oder umgekehrt. Ich denke, in so einer „liebevollen“ Umgebung muss man immer Angst haben, um überhaupt den nächsten Tag zu erleben.

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will“.

(Jean-Jacques Rousseau)

Oder denken Sie an bestimmte Berufsgruppen wie Versicherungen, Ärzte oder die Pharmaindustrie, da wird mit der Angst Geschäft gemacht. Glauben Sie nicht, nur weil jemand ein Studium absolviert hat, missbraucht er die Angst als „Waffe“ nicht. Nicht jeder Arzt ist böse und will ihnen Angst machen, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir das mehrmals passiert ist.

Jetzt möchte ich Ihnen, wie angekündigt, etwas von meinen Angsterfahrungen erzählen. Wer große Angst hatte, kann sich sein Leben lang daran erinnern. So ist es auch bei mir gewesen.

Als meine Krankheit MS bei mir begann, waren die körperlichen Auswirkungen anfangs nicht sehr groß. Doch mit voranschreitender Zeit, als die Symptome nicht mehr verschwanden, bekam ich erstmals ein mulmiges Gefühl.

Ich ging zum Arzt, und der machte wie üblich erst einmal eine Blutuntersuchung. Da begann mit dem Warten die Angst.

Ich hatte ja körperliche Dauersymptome und wusste, dass etwas nicht stimmte. Ich fühlte meinen rechten Arm nicht mehr richtig, die Finger waren taub, und die Hand hatte eine extreme Schwäche. Außerdem hatte ich ständig Schwindelanfälle, und dadurch wurde mir auch immer übel. Mein rechtes Bein wurde zunehmend gefühlstaub, und ich hatte auch ständig Schmerzen.  Das Warten auf den Blutbefund war dann der Anfang einer Angstodyssee, die Jahre andauern sollte.

Beim Blutbefund war aber dann alles in Ordnung, und so begann ich, von Arzt zu Arzt zu gehen, immer mit dem neuerlichen Warten auf den nächsten Befund.

Ich ging damals zu zig Ärzten, aber es war immer dasselbe Ergebnis für mich. Ich fühlte zwar, dass etwas nicht stimmte, aber die Ärzte sagten immer, „Sie haben nichts“.

Je länger sie suchten und je mehr Untersuchungen sie machten, umso mehr Angst bekam ich. Es ist ja ein Unterschied, ob man gleich bei der ersten Untersuchung eine Diagnose bekommt oder ewig herumläuft und immer weiter wartet. Noch dazu kam bei mir ja der Gedanke hoch, dass ich etwas sehr Seltenes und Schlimmes haben muss, weil niemand etwas findet.

Schön langsam dachte ich, dass ich mir das Ganze nur einbilde, weil niemand etwas fand. Dass mir dann auch mehrmals gesagt wurde, dass ich ein Hypochonder sei, machte es nicht besser. Die Angst, etwas Extremes zu haben, wurde immer größer. Ich war ja noch jung, und krank sein oder gar sterben zu müssen, waren meine größten Ängste. Ich bildete mir dann auch einen Hirntumor ein, weil mir ständig so schwindlig war und meine Gliedmaßen taub wurden.

Das war natürlich auf Dauer eine extreme Stress- und Angstbelastung. Jahre vergingen und kein Arzt stellte eine Diagnose. Mein Körper versagte aber immer mehr, und ich brauchte dann auch schon einen Gehstock zum Gehen. Mir ging es immer schlechter, und ich wusste dann auch. dass ich mir das nicht nur einbildete.

„Die Krankheiten des Gedankens sind zerstörender

und häufiger als die Krankheiten des Körpers“.

(Östliche Weisheit)

 Endlich, zu Weihnachten 2008 bekam ich dann eine Diagnose gestellt vom AKH Wien. Ein Arzt kam zu mir und sagte, „Sie haben Multiple Sklerose“!

Ich weiß es noch genau, ich war plötzlich total erleichtert und entspannt, da ich annahm, jetzt wird mir geholfen. Jetzt bekomme ich ein Medikament oder eine Spritze und alles wird wieder gut.

Ich wußte zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht, was MS überhaupt ist. Es war wie ein Tsunami in mir, der durch das Beben die Spannung verliert, um dann mit aller Kraft die Wellen über das Land rasen lässt. Ich entspannte mich auch kurz, um dann umso geschockter hören zu müssen, dass MS unheilbar ist und meinen Körper fortschreitend zerstören würde.

SCHOCK!! Was nun?

ANGST und PANIK breiteten sich in mir aus wie ich es noch nie spürte. Mir wurde plötzlich heiß und ich zitterte am ganzen Körper. Ich konnte mich gar nicht bewegen und war wie eingefroren. Alles brach auf einmal über mich herein. Die Ärzte redeten etwas von „jeden Tag selbst die Medikamente spritzen“, aber in meinem Kopf waren nur Existenzängste.

Ich hatte ja eine Familie, die ich ernähren musste, einen Job, der mir das Geld dafür brachte, eine Dienstwohnung, die ich verlieren würde, wenn ich den Job verliere. Ich hatte nur noch Angst! Ich bin dann einfach wortlos aufgestanden und habe das Spital verlassen ohne überhaupt mehr zu wissen ausser das ich „unheilbar“ krank war.

Als die Angst nach Tagen etwas nachließ, bin ich wieder ins AKH gefahren und habe nachgefragt, was ich tun kann, damit es mir wieder besser geht. Ich hatte immer noch nicht wirklich realisiert, dass es keine Hilfe gibt, die mich wieder in meine alte Form bringt.

Der Arzt erzählte mir, dass ich ein Medikament jeden Tag spritzen muss, um die Krankheit wenigstens ein bisschen aufzuhalten. Dann wurden mir noch Infusionen angeboten, die ich aber sofort ablehnte.

Jetzt hatte ich eine Krankheit, die mir zu schaffen machte, und dann noch eine Lawine an Spritzen, die ich bekommen sollte. Ich war schon wieder überfordert, und Panik stieg in mir hoch. Ich verließ wieder das Spital, aber diesmal mit einem Rezept.

Ich habe mir dann das Medikament zum Selbst-Spritzen aus der Apotheke geholt und es drei Wochen gespritzt.

Mir war vom ersten Tag an noch übler als vorher. Ich hatte nicht nur die Übelkeit und den Schwindel, sondern auch noch Fieber, Herzrasen und Durchfall. Ich brach die Behandlung ab und setzte mich mit meiner Angst auseinander.

(Mir reichte es und ich spritzte mir von dem Tag an nie mehr ein Medikament).

Ich informierte meinen Arzt über meine Entscheidung, und der machte mir gleich noch viel mehr Angst.

Er redete auf mich ein und sagte, „wenn Sie das Medikament absetzen, dann werden sie noch viel schneller noch kranker“. Er setzte mich immer mehr unter Druck, indem er mir dann jegliche Behandlung untersagen würde, weil ich „unkooperativ“ wäre. So ein Trottel, muss ich schon sagen, der verstand gar nicht, dass ich nur Angst hatte. Ich fühlte mich mit den Spritzen noch schlechter als vorher, aber das interessierte ihn gar nicht.

Für ihn war nur wichtig, dass ich „gehorsam und gefügig“ sein soll und tun muss, was er sagt. Die Angstmacherei  des Arztes wurde mir damals das erste Mal so richtig bewusst. Heute weiß ich, dass so etwas an der Tagesordnung steht bei den weißen Göttern.

So stand ich also da und stellte mich meiner Angst entgegen. Die Verzweiflung trieb mich so weit, denn von alleine hätte ich diesen Schritt nie gemacht.

Heute weiß ich, dass jeder Mensch, der so verzweifelt ist wie ich es war, den Mut aufbringen kann, um sich seinen Ängsten zu stellen. Ich musste mich also entscheiden, ob ich  den Weg der Mediziner gehen sollte oder einen neuen, unbekannten Weg. Da stand ich nun und mein Leben hängte von dieser Entscheidung ab.

„Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück,

es kommt nicht darauf an wie lange es dauert,

sondern wie bunt es ist“.

(Seneca)

Können Sie sich vorstellen, wie es ist, über ihr Leben zu entscheiden? Jeder Arzt sagt ihnen, dass Sie das ja nicht tun dürfen, aber ich tat es trotzdem. Ich hatte keine Ahnung, wohin mich der neue Weg führen sollte, ich wusste nur, dass ich ihn alleine gehen musste. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem dunklen Wald, in den ein kleiner Weg führt. Es wird Nacht, und Sie müssen losgehen, ohne zu wissen, wohin Sie gehen.

Sie sehen nichts, und jede Unebenheit des Bodens lässt Sie stolpern. Jedes Geräusch klingt bedrohlich, und Sie wissen nicht, wie lange der Weg geht.

Mir ging es ebenso, ich hatte keine Ahnung von nichts. Ich hoffte nur, dass es besser werden würde als das, was ich schon erlebt hatte.

Ich setzte mich dann mit immer mehr Ängsten, die in mir waren, auseinander und arbeitete sie nach und nach auf. Dazu gehörten meine Todes- und Lebensangst  als auch die Angst, „die Krankheit“ zu verschlimmern, wenn ich nicht das mache, was die „wissenden“ Ärzte mir sagen. Ich konnte nicht alle Ängste auflösen, denn es gibt so viele davon, und es kommen immer wieder welche dazu.

Das heißt, dass neue Ängste auftauchen, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Wichtig war aber, dass ich meine schlimmsten Hauptängste auflösen konnte und damit den Druck wesentlich senken konnte, unter dem ich stand.

Je mehr Ängste man auflöst, umso freier kann man leben.

Das, was dann nachkommt durch neue Ereignisse, ist viel besser zu verarbeiten, da man schon einiges an Erfahrung damit hat.

Dadurch, dass ich bei mir selbst so große Erfolge erzielt habe mit dem Auflösen der Ängste, kann ich diese Erfahrungen auch weitergeben, um anderen Betroffenen zu helfen.

Ich kann Ihnen nur den Rat geben anzufangen, sich ihren Ängsten zu stellen bevor sie übermächtig werden und Ihnen das Leben zur Qual machen. Es ist möglich, und mit etwas Hilfe und Anleitung schaffen es auch Sie! Haben Sie keine Angst vor der Angst, denn danach wartet ein erfülltes, schönes Leben auf Sie.

Wer das Leben nicht schätzt, verdient es nicht.

(Leonardo da Vinci)

Ich kenne auch etliche andere Patienten, denen gleich beim leisesten Hinterfragen der Behandlung gesagt wurde, „wenn Sie das nicht machen, dann werden Sie sterben oder bla bla bla…..“! Ups, jetzt ist so ein böses Wort wie „Sterben“  gefallen. Meine Definition dazu finden sie später als Zitat.

Das soll jetzt nicht heißen, dass Sie sich nicht mehr versichern lassen sollten oder den Arztbesuch und dessen Behandlung verweigern. Das soll nur heißen, dass Sie nicht alles tun müssen, was Ihnen vielleicht ein „übereifriger“ Arzt sagt.

Geschäftemacherei mit der Angstmacherei funktioniert sehr gut bei Menschen in Not, und glauben Sie mir, da warten sehr viele Geier. Ich habe da ebenfalls meine Erfahrungen gemacht. Da wird dann viel Angst verbreitet und gleich im Anschluss die „Lösung“ viel zu „teuer“ verkauft.

Als es mir körperlich immer schlechter ging und die Ärzte mir nicht helfen konnten, ging ich auch zu „Heilern“, die mir empfohlen wurden.

Heute frage ich mich, worauf  diese Empfehlungen basierten, denn diese Leute waren einfach nur Scharlatane. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich MS hatte, wollte aber trotzdem irgendwie an ein Wunder bei mir glauben.

Ich habe viel Geld ausgegeben für „Hilfe“, die nie ankam. Ich habe da ein „echt uriges“ Erlebnis gehabt, dass ich ihnen nicht vorenthalten möchte. Wenn man krank ist und verzweifelt Hilfe sucht, tut man vieles, das man im Normalfall vielleicht nicht tut, und so ging ich einmal auf Empfehlung von jemandem auf ein großes Treffen mit einem „Heiler“.

Ich war überrascht, wie viele Leute sich dort in dem Saal versammelt hatten, es waren sicher 200 Personen, wenn nicht noch mehr. Der Wunderfuzzi begann mit ein paar Übungen, die alle nachmachten, ich auch. Dann wurde geredet und geredet über Esoterisches, das ich damals nicht verstand, aber in der Masse von Menschen fühlte ich mich einfach wohl.

Der Wunderfuzzi hatte eine selbst konstruierte Maschine, die angeblich über die Haut und deren Widerstand jede Krankheit ermitteln konnte. Entweder zeigte sie direkt eine Krankheit an oder eine wahrscheinlich zu erwartende. Gleich zu Beginn des Vortrages konnte man aber einen Zettel ausfüllen, in dem gefragt wurde, weswegen  man da sei.

Erstens bezahlte man schon einen Eintritt für den Vortrag, und dann wollte der noch 10 € für eine „Analyse“, wenn man seine Dienste mit der Maschine nutzte. Dieses Maschinending machte er dann in der Pause, weil der Vortrag ja schon vier Stunden dauerte. In der ersten Pause stürmten die Menschen regelrecht seine Wundermaschine, und ich stand in der Menschentraube rund um sie.

Ich beobachtete die „Analysierten“, und mir ist dabei aufgefallen, dass die meisten von denen den Zettel, den sie vor dem Vortrag ausgefüllt hatten, dem „heiler“ gegeben haben.

Er analysierte und betuddelte die Leute mit wilden Aussagen, die diese Maschine herausgefunden haben will und die oftmals sogar sehr zutreffend waren. Ich beschloss, das auch an mir zu testen und wartete auf die zweite Pause.

Als es dann wieder los ging, stürmte die Menge wieder zur Maschine, doch dieses Mal war ich ganz vorne. Ein, zwei Leute waren vor mir, und als ich an die Reihe kam, war ich sehr gespannt, was er so über mich herausfinden würde.

Er legte mir also ein Metallstück in die eine Hand, und die andere musste ich auf eine Platte mit lauter kleinen stumpfen Nägeln legen. Ich legte aber keinen ausgefüllten Zettel auf den Tisch. Dann begann die Messung, es war nichts zu spüren. Der Zeiger schlug bei ein paar Karten aus, die er abwechselnd auf meinen Handrücken legte, aber sonst war Stille in dem Gerät.

Nach ca.  zwei Minuten war der Spuk vorbei. Dann kam ein Zettel aus der Maschine, wo ein paar Dinge  darauf standen. Äußerlich bemerkte man an mir zu dieser Zeit gar nichts von meiner Krankheit und beim Stehen vor ihm auch nichts. Er erzählte mir dann von verschiedenen körperlichen Schwächen, die ich habe, und worauf ich in Zukunft achtgeben sollte.

Echt kurios war, als er mir von der größten Gefahr erzählte, auf die ich achten sollte. Eine wirklich schlimme Krankheit, die ich im Alter bekommen könnte, Alzheimer!

Ich sah ihn verdutzt an und fragte, ob das alles ist und ob sonst keine schlimmen Krankheiten auf mich lauerten.

Ich sagte ihm, dass meine Eltern an Krebs gestorben waren und dass meine Oma Rheuma hatte.

Ich fragte dann auch noch ganz gezielt nach eventuellen Autoimmunerkrankungen usw., aber er verneinte alles und beruhigte mich, dass ich nur auf Alzheimer aufpassen soll. Das würde aber ohnehin erst ab 60 bei mir zutreffen, wenn überhaupt.

„Mensch, war ich jetzt froh, dass ich laut der Wundermaschine und dem Wunderfuzzi gesund war“.

Selbst auf die Frage, ob die Maschine Multiple Sklerose kenne, sagte er nur, „nein, das trifft auf Sie nicht zu“. Was soll ich dazu noch sagen? Am Ende des Vortrages ging ich noch einmal zu ihm und klärte ihn über mich auf. Dann sagte er plötzlich, dass es sein kann, dass die Maschine Alzheimer und MS verwechselte und ein Eichfehler vorliegen kann.

Er bot mir dann noch eine Gratismessung an, bei der er vorher die Maschine richtig eichen wird. Dabei tat er total überzeugt, dass so etwas ja passieren kann und die Maschine im Prinzip ja ohnehin eine schwere Erkrankung angezeigt hat.

Seit dem bin ich geheilt, aber von den Wunderheilern. Dabei war diese Erfahrung noch verhältnismäßig billig zu den anderen, die ich gemacht habe. 35 € insgesamt war nicht viel, da habe ich schon Einzelstunden um 160 € gehabt, wo ich nicht so gut unterhalten wurde.

Auf jeden Fall ist das Geschäft mit der Angstmacherei meiner Meinung nach das Beste überhaupt . Sie können jetzt Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, und ich bin sicher, es fallen Ihnen einige Dinge ein, wo jemand mit der Angstmacherei ein Geschäft macht. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, Sie dürfen auch nein oder ja sagen, wenn Ihnen etwas nicht gefällt.

Es ist nicht genug, zu wissen, man muss es auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss es auch tun.

(Johann Wolfgang von Goethe)

 Bei der Angst dreht sich alles um den Verlust von etwas, das wir haben oder gerne erreichen möchten.

Verlustangst ist meiner Meinung nach die Hauptangst überhaupt. Wir haben ständig die Angst, etwas verlieren zu können, und halten uns dadurch zurück. Natürlich ist ein gewisses Maß an Zurückhaltung notwendig, um sein Tun zu überleben.

Wären wir vollkommen angstfrei, würden wir nicht lange leben. Ich rede aber nicht von dieser natürlich angeborenen Hemmung, sich ständig in Lebensgefahr zu begeben, sondern davon, dass viele Menschen unter ihren Ängsten unnötig leiden.

Ab wann kann man sagen, dass Angst krankhaft ist oder zur Angststörung wird? Das kommt dabei auch auf den Menschen selbst an. Nicht jeder Mensch ist gleich.

Es gibt dafür einige Punkte, die zusammen kommen müssen:

  • Wenn die Angst unverhältnismäßig oft oder stark ist
  • Wenn die Angst beginnt, mein Leben zu bestimmen oder es einschränkt
  • Wenn man dadurch einen Leidensdruck bekommt
  • Wenn durch die Angst auch körperliche oder psychische Probleme entstehen

Es sagt ja schon der Name selbst, dass es eine Angststörung ist und mit realen Gefahren nichts mehr gemeinsam hat.

Angststörungen können aber auch durch Medikamente, Alkohol oder Drogenmissbrauch ausgelöst werden. Diese Art der Angststörungen ist aber jetzt für dieses Buch nicht so sehr relevant, da sie durch ein bekanntes Verhalten ausgelöst werden.

Es gibt auch körperliche Krankheiten wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion, die Angstsymptome auslösen kann. Man glaubt dann vielleicht, an einer Angsterkrankung zu leiden, doch kommen diese Symptome von einer ganz anderen Richtung. Wichtig ist es daher, sich vorab von einem Arzt körperlich untersuchen zu lassen bevor man sich wegen einer vermeintlichen Angsterkrankung behandeln lässt.

Das ist nicht der Tapferste, der sich nie gefürchtet, sondern der die Furcht überwunden hat.

(unbekannt)

 Angststörungen haben aber nicht nur seelische und körperliche Auswirkungen. Sie leiten noch einen wesentlichen Aspekt im Leben des Betroffenen ein, nämlich die gesellschaftliche Ausgrenzung und die damit einhergehende Vereinsamung.

Gesellschaftlich werden Menschen mit einer Angststörung eher gemieden und sogar ausgegrenzt aus dem Alltag der „Normalen“. Dieses Phänomen liegt ebenfalls weit zurück in der Menschheitsgeschichte.

Rückseitentext

Angst im Kopf!

Haben Sie Angst, manchmal, oft oder immer?

Brauchen Sie ein Licht in der Dunkelheit, eine Anleitung, einen Hoffnungsspender, wie Sie aus der krankmachenden und krankhaften Angst wieder heraus kommen?

Roland Tassler beschreibt in diesem, seinem dritten Buch, wie jeder die oft dramatischen Auswüchse von Angst umkehren, bewältigen und überwinden kann.

Viele Menschen leben ihr ganzes Leben mit Vermeidungsstrategien und Selbsttäuschungen, um das Leben überhaupt erträglich zu machen. Dabei wissen die meisten nicht, dass fast jede Art von Angst GELERNT wurde und demnach auch wieder VERLERNT werden kann.

Der Autor greift die Angst, Furcht und Scham offen an und entlarvt dabei ihr falsches Gesicht, denn sie sind die schlimmsten Feinde des Menschen und haben schon unzählige Leben zerstört.

Jeder kann mit diesem Buch selbst erkennen, dass Angst keine Macht über uns haben muss und dass wir ihr ab jetzt mit einer effizienten Waffe  begegnen.

Weder Angst vor dem Leben noch vor dem Tod müssen sein. Einfache und vom Autor entwickelte und erprobte Strategien helfen jedem, die Angst zu überwinden und zurück zu einem glücklichen und erfolgreichen Leben zu finden!

Das Leben gehört jedem selbst, und nicht der Angst!

Roland Tassler






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