Erfahrungsbericht: Caroline Régnard-Mayer

Es ist keine spektakuläre Geschichte, aber ich fand meinen eigenen Weg mit der Krankheit Multiple Sklerose zu leben, und Zuversicht und Mut prägen heute mein Leben.

Vor 12 Jahren erhielt ich die Diagnose, aber wenn die Ärzte und ich zurückrechnen, tobt sie schon seit etwa 1995 kurz nach der Geburt meiner Tochter, in mir. Nach Diagnosestellung war nichts mehr, wie vorher. Nachdem meine Kinder und ich schon seit 2001 alleine leben, war das Leben nicht mehr planbar. War diese Planung vorher überhaupt möglich, frage ich mich heute?

Da ich einen sehr schweren Schub vier Monate nach der Diagnose der MS hatte und ich leider als MTLA in der Probezeit war, bedeutete es das Aus in meinem Beruf. Anschließend fuhr ich sechs Wochen zur Reha, um mich dort von einem schweren Schub zu erholen. Ich denke, schon damals wurde mein Kämpfergeist und mein heutiges positives Denken für das Leben geweckt.

Das heißt jetzt nicht, dass ich alles durch eine rosarote Brille betrachte, aber ich sagte der Krankheit mit den vielen Gesichtern den Kampf an. Es war ein langer, steiniger Weg, der sich gelohnt hat. Er führte mich zwar durch ein Tal der finanziellen Unbeständigkeit und vielen Gerichtsprozessen bzgl. Kindesunterhalt, auch zwei Medikamenten-abhängige Depressionen kamen erschwerend dazu.

Mittlerweile habe ich den Kampf gegen die MS aufgegeben, denn dieses Kämpfen kostete mich enorme Kraft und Zeit. Die noch vorhandenen Sonnenseiten des Lebens mit dieser nicht heilbaren Erkrankung, machen das Leben lebenswert. Ich setzte andere Prioritäten und nutze die guten Tage, um mir etwas zu gönnen und für meine Kinder voll und ganz da zu sein.

Seit meinem Seminar bei Pater Anselm Grün im Kloster Münsterschwarzach, weiß ich, ich bin auf dem richtigen Weg- meinem Weg! Ein persönliches Gespräch mit ihm öffneten mir die Augen und laut seinem Zitat: „Lass los, was dir die Ruhe nimmt!“ wurden zu meinem Motto im täglichen Leben.

Auch das Schreiben von Büchern hilft mir mit dieser Krankheit und doch wegweisenden und Mut machenden Krankheit umzugehen. Ich reflektiere Vergangenes und verarbeite Geschehnisse jeglicher Art – es beflügelt meine Seele. Durch diese Veröffentlichungen bin ich auch auf die Seite MS-Kongress gestoßen und ich freue mich diesen Artikel, hoffe noch mehr, zu schreiben. Auch unser Austausch, liebe Sophia, ist wertvoll im Umgang mit „unserer“ MS. Der Austausch mit meinen Lesern und teils persönlichen Kontakt, wie meine liebe Freundin Andrea in Wien, ist eine Bereicherung in meinem Leben. Ohne die Bücher und der Multiplen Sklerose hätte ich diese Menschen nie kennengelernt. Ich danke der MS nicht und liebe sie nicht, aber vielleicht hätte ich nicht diesen zufriedenen und Mut machenden gelassenen Weg eingeschlagen.

Herzlichst

Caro

Caroline Régnard-Mayer

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